First Principle Reasoning. Bisher (und oft plakatiert) wurden Lösungen auf Basis ZUM Vergleich auf bestehendem Wissen entwickelt. In meiner Welt entstanden dann nur minimal anderen Lösungen. Der Ansatz ist, sich AUS dem Rahmen zu bewegen, der vermeindlich (oder behauptet) vorgegeben war - und eigentlich wissen wir es schon lange: vor kopieren kommt das Kapieren!"/>
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Cookie2K: (3/n) 1st Priciples

(K)eine Kunst: Richtige Fragen

Oft gehört und noch öfter postuliert: Es sollen die richtigen Fragen gestellt werden. Es soll das Thema “anders” beleuchtet werden. Hmm, schön und gut, und bitte wie genau (geht das)?

Chunks und 1st Priciples

Was ist First Principle Reasoning?

Wie funktioniert es?

Oft (die meiste Zeit) habe ich Lösungen auf Basis ZUM Vergleich auf bestehendem Wissen entwickelt. In meiner Welt entstanden dann nur minimal anderen Lösungen. Oft habe ich mich dabei IN dem Rahmen bewegt, der vermeindlich vorgegeben war – und eigentlich wissen wir es schon lange: vor kopieren kommt das kapieren! Da hilft es auch nicht, wenn man die Kopiervorlage als Benchmark oder Blue Print bezeichnet.

Wir sind mit dieser Überlegung im Ansatz, der beschreibt, wie man den Rahmen verlässt und die zu lösende Anforderung mitsamt dem Rahmen NEU denkt. Im agilen Kontext: Wem hilft es, wer kann daraus Nutzen ziehen? Der PO (in Scrum), die Stakeholder (im Dialog mit dem PO), das Management runter (oder zur Seite) bis hin zu dem agilen Coach (Scrum- oder Kanban Master) und bis zu dem einzelnen Teammitglied, der aus einer Anforderung z.B. einen (Programm-) Code erzeugen soll.

Beim Denken (Aufgaben lösen) mit dem First Principle (Thinking) Reasoning zerlegt man das gesamte Problemen Thema in seine Einzelteile – ALLE Teile, fein säuberlich getrennt. Das sind dann die First Principles (werden auch Urprinzipien genannt). Auf den Urprinzipien aufbauend sollen schrittweise komplett neue Lösungen entwickelt werden. Der einfache Trick dabei ist, sich komplett von Denkblockaden oder begrenzenden Annahmen (die sehr oft falsch sind), zu lösen.

Einfach mal nach-denken

Ein Beispiel (gar nicht mal soooo neu:) Schallübertragung, hier z.B. Beschallung, genauer gesagt: Wie kommt Schall in das Ohr? (Und zack, genau die Frage, die begrenzend ist: In das Ohr. Es wurde mit dem beschriebenen Prinzip der Rahmen (Schallwellen, Luft, Übertragung, Latenz, usw.) nahezu komplett umgangen und die richtige, ähhh zielfürende Frage ist:

Was muss ich tun, damit ich das optimale, störungsfreie Empfinden (hier: die Wahrnehmung Hören) im Kopf erzeuge? Und weiter: Was passiert, wenn ich die Brücke der Hör-Nerven ohne(!) mechanische Übertragungswege direkt stimuliere, damit das gewünschte Hörempfinden entsteht? By the way: Daran wird weiter geforscht. Die Herausforderung ist, das unnatürliche in diesem Weg der Übertragung zu minimieren, damit ein “realistischer” Hörgenuß entsteht, der ja auch durch die bisherige Übertragung gefärbt wurde.

möglicher Ansatz

Im Folgenden stelle ich exemplarisch eine Übersicht der Schritte des First Principle Reasoning vor. Der Endloos-Loop des “Im Kreis laufens” kann somit aufgebrochen werden. Es erfordert etwas Disziplin, wird aber durch neue (bessere?) Ergebisse belohnt. Also: üben, es wirkt.

  • Instruction Set:

    • 3 Blatt Papier (leer, je größer, desto besser)
    • Erstes Blatt: ist für Hypothesen (also eine Annahme, und sei diese noch so “durchgeknallt”)
    • Zweites Blatt: ist für Fragen, die die Hypothesen betreffen (Siehe Bild, bitte die Kreis-Technik verwenden, oben links)
    • Drittes Blatt: ist für Antworten die die Hypothesen betreffen und (idealerweise) schon eine neue Richtung zeigen
  • ALLES (Hypothesen, Antworten) aufschreiben

    • Schreiben Sie die Fragen zu/für Ihre erste Annahme auf
    • Beginnen Sie, die Fragen zu beantworten und fügen neue Fragen hinzu
    • Schreiben Sie neue Hypothesen auf, die im Prozess (Iteration) entdeckt werden
    • JETZT: Gehen Sie in einen LOOP, der ist aber anders …
      Wiederholen Sie die Schritte, bis alle Fragen einer Hypothese beantwortet sind
      Wiederholen Sie auch alle anderen Schritte, bis alle Hypothesen bearbeitet wurden
    • Abschliessend: Bewerten die Antworten mit Wahrscheinlichkeiten oder versuchen Sie diese bzw. neue Schätzungen zu beschaffen.
  • Fertig!

Im Idealfall wurden jetzt andere, auch neue gedankliche Stränge geöffnet, die genau den LOOP des Bekannten (aus der Innsensicht IM Rahmen) aufbrechen und den Rahmen als solches entweder mit berücksichtigen oder gar gänzlich verlassen. Probieren Sie es – und SPASS macht es auch noch.

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About the author

Kopitzke®, ´64*. Agilist & DTC®, Resource- und Agile Work Agent, Überzeugungstäter durch Kaizen und mit KATA. Erfahrung, PROgressives Denken und positiv PROvokantes Handeln haben einen eigenen Charakter. Ein agiler PROfi darf kein Ja-Sager sein - ich liebe als Possibilist die sog. Hebammentechnik mit stoischer Logik, ohne den Menschen zu verlieren. Mehr ...hier ... oder besuchen Sie PRO-Agilist.de

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