• <p><span style="color: #f33f3f; font-size: 18pt;">reloaded: </span></p> <p><span style="color: #222222; font-size: 24pt;">Unsinn weglassen</span></p>

Ökonomie des (weg-) lassens

minimale Präzision – die unschärfe von richtig präzise und genau – daneben

Um von der PROvokanten Überschrift in das Thema und einer möglichen Lösung zu kommen, reflektiere ich vorab einige Begriffe, die zu oft unscharf verwendet werden.

Richtig ist ein Umstand, wenn dieser den Tatsachen oder den gültigen Regeln entspricht. Dagegen halte ich, dass eine Regel, deren Einhaltung sich NUR über deren Existenz definiert, noch lange nicht richtig ist. Das heisst: Bloss weil eine Regel da ist, ist sie noch lange nicht richtig – und gut beraten ist der Aufmerksame, der das hinterfragt.
Präzise beschreibt eine Übereinstimmung zwischen unabhängigen Messergebnissen unter unveränderlichen Bedingungen. Liegen also mehrere Messwerte dicht zusammen, hat die Messmethode eine hohe Präzision. Hier wackelt “unabhängig”, was ich skeptisch in Frage stelle genauso wie “unveränderlich”. Was war in den letzten Jahren wirklich (noch) stabil?
Genauigkeit ist ein Maß für die Übereinstimmung zwischen dem (einzelnen) Messergebnis und dem wahren Wert der Messgröße. Eine hoher Genauigkeit wird erreicht, wenn Präzision und Richtigkeit stimmig sind. Weil hier 2 fragwürdige Begriffe in die Definition eingebaut sind, kann die Genauigkeit nur relativ und subjektiv sein – und somit auch daneben.

Nicht nur Unternehmen agieren heute in einer volatilen, unsicheren, komplexen und am­bi­gu­osen (VUKA)-Welt, auch Manager und Mitarbeiter. Und, Sorry dafür, Manager sind Menschen, die alles andere als selbstbestimmt sind.

Managen heisst handhaben, oft machen. In dem Maximalismus, es richtig, präzise und genau zu machen. So wird es im Studium gelehrt. Kann es sein, dass der Begriff “managen” mit seinem Maximalstreben ordentlich überstrapaziert ist? Genauso wie die enthaltene Erwartung, dass “machen” automatisch etwas hinzufügen bedeutet?

Es wird ignoriert (selbst in den Hochschulen), dass in dieser endlichen Welt mit begrenzten Ressourcen ein Wachstum, also permanentes Hinzufügen, unmöglich ist. Um nicht weiter abzuschweifen … beleuchte ich die für mich relevanten Punkte hier kurz. Alles andere ist als Wissen bereits geschrieben. Gehen wir tiefer …

Ökonomie

Ökonomie (altgriechisch: Gesetz des Hauses, gr. “oikonomia”, ~ “Haushaltsführung”) bedeutet systematisches Haushalten. Ein Begriff für eine räumlich bestimmte Wirtschaft, wie auch für deren wissenschaftliche Beschreibung. Die Lehre vom Wirtschaften, von einem “verlustarmer” Umgang mit Aufwänden, mit der Mühe und den Ressourcen, dem Vermögen und der Kräfte in einem begrenzten Wirtschafsraum. Aha …

Wirtschaft

“Wirtschaft” ist grob gesagt das befriedigen von Bedürfnissen mit oder durch Einrichtungen (vor allem Unternehmen) und Tätigkeiten (insbesondere Erwerbsarbeit), die Güter und Dienstleistungen bereitstellen. Wirtschaften heißt, Entscheidungen über knappe Mittel zu treffen. Ok …

Die Krux:

Die Ökonomie sagt “verlustarmer Umgang”, die Wirtschaft sagt “knappe Mittel”. Seit langem ist es Realität (zum Glück gibt es gegenläufiges), zu jedem Prozess, zu jeder Veränderung, zu jeder Optimierung gleich auch die entsprechenden Kontrollen und Methoden anzubieten. Also immer mehr. Gelebt absurd ist, Agilität mit KPI’s zu messen.

Eine Form von akzeptiertem Freitod – was an dem Umstand Tod nichts ändert. Auch, wenn etablierte Unternehmen und zugehörige Lenker vermehrt Schwierigkeiten haben, diese Entwicklungen nicht wahrnehmen zu wollen. Die Auswirkungen mit dem Wahrnehmen haben kleine, agile oder disruptive Firmen übernommen, indem diese (es) einfach machen.

Komplex, Simpel, Menschenverstand

Komplexität bezieht sich oft auf das System. Kompliziertheit auf die einzelnen Teile des Sytems bzw. deren logische Verknüpfung. Einfache Beispiele sind Schach oder Fußball. Das Regelwerk ist erlernbar, auch wenn es kompliziert ist. Erst im Spiel zeigt sich die Komplexität. Die Figuren oder Spieler interagieren dynamisch. Je mehr, desto unvorhersehbarer. Merken Sie in unserer Kommunikations- und Arbeitswelt die Zusammenhänge? Das Unternehmen ist das Spiel mit Do’s and Dont’s. Die Menschen agieren und je nach Aktion tangieren sie systemisch andere.

Der Versuch: Anstatt Abhängigkeiten mit Regeln zu erhöhen, entfernen Sie erst unwichtige oder die nach innen gerichteten Abhängigkeiten. Ergebnis: Es wird einfacher. Entfernen Sie (bitte immer nur eine) noch mehr Abhängigkeiten und halten Sie eine wichtige Frage im Auge:

Was passiert (nicht), wenn ich diese Abhängigkeit auflöse?

Die 2 Antworten (sind ja auch 2 Fragen) können erschreckend simpel sein. a) Es passiert nichts (negatives). b) Es könnte was positives passieren – durch weglassen. Allein die These, das nicht alles, was existiert, auch zwingend eingesetzt oder benutzt werden muss, entfaltet hier ihre Wirkung. Diese Mechanik erfordert eigenständiges, kritisches Denken.

Vom Tun zum lassen

Das Wichtigste ist nicht, dass sie etwas tun, sondern dass sie etwas lassen. Unternehmer sollten ganz bewusst sagen: Alles, was zudringlich und übergriffig ist, machen wir nicht mehr. Wir schaffen interne Märkte ab, reduzieren die Erniedrigungs-Bürokratie und schaffen selbstverantwortliche Freiräume. Angesichts des heraufziehenden Innovations-Zeitalters ist es ausgesprochen hilfreich, Raum für Neues zu schaffen. Man macht das Unternehmen von morgen nicht mit den Institutionen von gestern – erst recht nicht mit den Regeln und KPI’s, die das bisherige Unternehmen in der vergangenen Zeit zu dem gemacht hat, was es heute ist. Nicht mehr zeitgemäß?

Manager und sinnvolle Massnahmen

Der Manager ist ein Differenzgenerator. Wenn er den Blick auf seine Firma oder seine Abteilung richtet, sieht er im Wesentlichen ein Defizit, eine Differenz zwischen Soll und Ist. Sollte er keine Differenz sehen, bringt er eine mit. (allein das ist schon fatal). Die Differenz rechtfertigt seine Aktivität, sie ist der Kern seines Geschäftsmodells. Dann beginnt er, an den Leuten rumzuschrauben, weil er glaubt, der Mensch als weicher Faktor sei am leichtesten zu beeinflussen. Dabei ist der Mensch, wie wir aus der Wissenschaft wissen, der harte Faktor und die Institution der weiche.

So arbeitet sich der Manager in therapeutischer Weise am Menschen ab und lässt den institutionellen Rahmen ausser Acht. Vor allem aber sich selbst! Er versucht dem Mitarbeiter Motivation einzuimpfen, ohne die demotivierenden Rahmenbedingungen zu erkennen. Damit erhöht er nicht die Leistung, sondern bloss den Zynismus-Pegel im Unternehmen.

Reinhard K. Sprenger

(M)eine Erkenntnis:

Ist „neues Denken“ die Lösung von morgen und wie kommt sie dann in die Köpfe? Erkenntnisse reifen im Kontext unserer Erfahrungen und jeder Mensch besitzt seine subjektive Wahrheit, denn Objektivität ist eine Illusion – siehe oben. Jede Führungskraft lebt in ihrer eigenen Erfahrungswelt, und die ist oft weit vom postulierten Mindset entfernt. Ein Update des „Mindset nach Rezept“, ist per Definition zum scheitern verurteilt. Umdenken braucht den eigenen Kontext, Zeit, mehrere Iterationen und daraus resultierende Erfahrungen. Das muss richtig, (nötigenfalls geleitet) reifen … lesen Sie weiter …

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About the author

Kopitzke®, ´64*. Agilist & DTC®, Resource- und Agile Work Agent, Überzeugungstäter durch Kaizen und mit KATA. Erfahrung, PROgressives Denken und positiv PROvokantes Handeln haben einen eigenen Charakter. Ein agiler PROfi dar kein Ja-Sager sein - ich liebe als Possibilist die sog. Hebammentechnik mit stoischer Logik, ohne den Menschen zu verlieren. Mehr ...hier ... oder besuchen Sie PRO-Agilist.de

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